
Damit eine Übersetzung keine Fehler enthält, die die Empfänger verwirren oder als Beleidigung auffassen, ist nicht nur eine präzise Terminologie wichtig, sondern auch die Sachkenntnis des Übersetzers. Im Bereich Maschinenbau ist das Risiko bei Übersetzungen sogar oft besonders hoch. Hier können Ungenauigkeiten schwerwiegende Folgen nach sich ziehen und sogar zu lebensgefährlichen Situationen führen. Nachstehend sind Fehler aufgeführt, mit denen bei Übersetzungsprojekten am häufigsten zu kämpfen ist.
Keine einheitliche verwendetete Terminologie
Bevor ein Übersetzungsprojekt, beispielsweise im Maschinenbau oder einem anderen technischen Bereich, in Angriff genommen wird, sollte man sich auf eine Terminologie als Grundlage für die Übersetzung in jede Sprache festlegen. Manche Begriffe können nicht wörtlich übersetzt werden. Ein einzelnes Wort kann in einem Text auch verschiedene Konnotationen haben. Bei technischen Übersetzungen sind diese Herausforderungen oft noch gravierender, da es branchenspezifische Termini gibt und die Bedeutung von Ausdrücken und Abkürzungen in verschiedenen Sprachen voneinander abweichen kann.
Nachdem alle unklaren Begriffe geklärt und festgelegt wurden, ist es empfehlenswert, die Termini in Glossaren zusammenzufassen, an die sich anschließend alle beteiligten Übersetzungsexperten halten müssen. Diese anfängliche Zusatzarbeit trägt wesentlich zu einer präzisen und kohärenten Verwendungsweise der Terminologie bei – ganz unabhängig von der Kategorie des zu übersetzenden Inhalts. Es ist wesentlich zielführender, sich vorab auf bestimmte Termini zu verständigen, anstatt erst im Nachhinein zu improvisieren. Dadurch wird außerdem sichergestellt, dass nachträgliche Änderungen an einem Dokument nicht mehr erforderlich sind. Dieser Vorgang ist im Allgemeinen mit einem hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden.
Übersetzung ohne den richtigen Kontext
Der Sprachexperte muss bei jeder Übersetzung zwei Aspekte unbedingt berücksichtigen: Zum einen muss er den Kontext verstehen, zum anderen aber auch den sprachlichen Zweck. Dies ist insbesondere bei Übersetzungen im Fachgebiet Maschinenbau entscheidend. Genauigkeit ist dabei oberstes Gebot, um die erforderlichen Sicherheits- und Effizienzstandards zu gewährleisten. Nur wenn der Übersetzer die Verwendung eines Begriffs kennt, kann eine Beurteilung erfolgen, ob eine Direktübersetzung hier unpassend ist und eine geeignete Alternativformulierung gesucht werden muss.
Selbst wenn die Übersetzer, die an dem Projekt beteiligt sind, bereits über eine hohe Fachkenntnis in ihrem Bereich aufweisen, ist es dennoch von großer Wichtigkeit, ihnen alle erforderlichen Referenzmaterialien bereitzustellen. Nur so kann ein optimales Hintergrundverständnis erzielt werden. Idealerweise sollten diese Unterlagen die folgenden Informationen umfassen:
– Kopien aller Textquellen
– technische Übersichten
– Screenshots der Bedienoberflächen sämtlicher betreffender Maschinen
– Informationen aus Sicherheitsdatenblättern,
– Informationen zu allen gesetzlichen Regelungen und Vorschriften für den Einsatz im Zielmarkt
Es wurde kein professioneller Dienstleister bei der Planung und Umsetzung der Übersetzung mit einbezogen
Natürlich ist es reizvoll, die Übersetzungskosten niedrig zu halten, indem man auf die Zusammenarbeit mit muttersprachlichen Übersetzern verzichtet oder stattdessen Kollegen mit der lokalen Umsetzung beauftragt, die über keinerlei Übersetzungserfahrung verfügen. Dadurch sparen Sie jedoch am falschen Platz. Ungenaue Übersetzungen werfen nicht nur ein schlechtes Image auf Ihr Unternehmen, sondern gefährden auch die Sicherheit der Mitarbeitenden und können zu Arbeitsunfällen führen.
Die beste und sicherste Vorgehensweise ist der Einsatz eines professionellen Übersetzungsdienstes, der über die nötige Projekterfahrung verfügt. Zusätzlich zu professionellen Sprachexperten und Sprachdienstleistern empfiehlt sich die Nutzung von CAT-Tools und Translation Memory. Im Maschinenbaubereich ist diese Methode die ideale Herangehensweise für alle Übersetzungen. Im technischen Bereich setzen sich Texte üblicherweise zu einem großen Teil aus wiederkehrenden Bestandteilen zusammen. Ein Translation Memory kann, wenn es korrekt eingesetzt wird, also nicht nur für ein einheitliches und genaues Übersetzungsergebnis sorgen, sondern auch langfristig Zeit und Kosten sparen.
Inhalte werden veröffentlicht, und zwar ohne vorherige fachliche Kontrolle
Besonders technische Unterlagen sollten niemals ohne eine gründliche Fachprüfung publiziert werden. Eine umfangreiche Dokumentenkontrolle ist natürlich mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden, weshalb dieser Vorgang so früh wie möglich eingeleitet werden sollte, um bis zum Zeitpunkt des Drucks oder der Abgabe noch ausreichend Zeit zu gewährleisten.
Zudem sollten Übersetzungen von Menüs und Bedienflächen stets im Kontext überprüft werden, bevor sie zur Nutzung freigegeben werden. Auf diese Weise lassen sich während des Betriebs eventuell auftretende Übersetzungsfehler identifizieren und die Übersetzung kann entsprechend angepasst werden.



